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Cineastischer Perspektivenwechsel: Besuch des Human Vision Filmfestivals

In den vergangenen 14 Tagen hatten sechs Klassen im Rahmen ihres Unterrichts mit ihrer Lehrperson Dr.in Elke Kroisenbrunner die Gelegenheit, im Anschluss an das Human Vision Filmfestival an speziell gebuchten Schülerveranstaltungen teilzunehmen. Im Mittelpunkt stand dabei der Film „Come on Come on“, der für viele von uns eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag darstellte und zugleich neue Perspektiven auf gesellschaftliche Themen eröffnete.

Der Film erzählt die Geschichte eines Radioreporters, der gemeinsam mit seinem Neffen Jesse auf Reisen geht. Besonders eindrücklich waren für uns die dokumentarisch wirkenden Interviews mit Kindern und Jugendlichen, die offen über ihre Gedanken zur Zukunft sprechen. Dabei wurde deutlich, dass viele von ihnen sowohl Hoffnungen als auch Unsicherheiten in sich tragen: Wünsche nach mehr Gerechtigkeit und Zusammenhalt stehen neben Sorgen über Umweltprobleme, gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Herausforderungen. Die Aussagen wirkten sehr ehrlich und regten uns zum Nachdenken an.

Auch die Beziehung zwischen Jesse und seinem Onkel entwickelte sich im Verlauf der Reise spürbar weiter. Während Jesse mit familiären Veränderungen umgehen muss, steht sein Onkel zunächst unsicher vor seiner neuen Rolle und wächst erst nach und nach in die Verantwortung hinein. Konflikte, Missverständnisse und emotionale Momente wechseln sich mit positiven gemeinsamen Erlebnissen ab. So entsteht mit der Zeit eine enge, von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis geprägte Beziehung.

Die ruhige Erzählweise sowie die Schwarz-Weiß-Ästhetik des Films schufen eine besondere Atmosphäre, die zur Reflexion einlädt und lange nachwirkt.

Im Anschluss an die Filmvorführung wurden zentrale Begriffe wie Empowerment, Selbstbestimmung und Normalisierung gemeinsam diskutiert. Dabei stellten wir uns unter anderem folgende Fragen:

  • Welche Bedeutung haben diese Begriffe für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir arbeiten?
  • Welche Aufgaben und Herausforderungen ergeben sich, wenn diese Prinzipien noch stärker im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen?
  • Wie wichtig ist es, Kinder und Jugendliche vor unbequemen Wahrheiten zu schützen – und wie viel kann man ihnen tatsächlich zutrauen?
  • Was können Erwachsene möglicherweise von der Offenheit und Unvoreingenommenheit junger Menschen lernen?

Der Festivalbesuch war für uns insgesamt ein lehrreicher und eindrucksvoller Ausflug, der viele Denkanstöße gegeben hat und sicherlich noch lange nachwirken wird.

Julia Mathis, Studierende Behindertenbegleitung, 6. Semester

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