Expertinnen und Experten in eigener Sache zu Gast im Unterricht
Im Rahmen des Unterrichtsschwerpunkts „Persönliche Assistenz“ durfte die Kathi-Lampert-Schule im ersten Semester der Ausbildungsform „Behindertenbegleitung mit Zusatzqualifikation Soziokulturelle Begleitung“ fünf Expertinnen und Experten in eigener Sache im Unterricht begrüßen.
Karin Stöckler, Patrick Wintschnig, Peter Ainödhofer, Chiara-Maria Schwaiger-Biro und Süleyman Kurt berichteten offen und eindrucksvoll über ihre Erfahrungen mit Behinderung und ihren Alltag mit Persönlicher Assistenz.
Wenn Menschen mit Behinderungen selbst über ihre Lebensrealität sprechen, sind sie die glaubwürdigsten Vertreterinnen und Vertreter ihrer Anliegen und Rechte. Als Expertinnen und Experten in eigener Sache vermitteln sie Perspektiven, die kein Lehrbuch ersetzen kann. Ihre Beiträge helfen, Barrieren in den Köpfen abzubauen und ein tieferes Verständnis für Selbstbestimmung und Teilhabe zu entwickeln.
Nach einer gemeinsamen Vorstellrunde tauschten sich die Studierenden in Kleingruppen mit den Gästen aus. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Organisation Persönlicher Assistenz, zu den Anforderungen an Assistenzpersonen sowie zu unterstützendem und nicht akzeptablem Verhalten.
Für die zukünftige berufliche Praxis nahmen die Studierenden insbesondere folgende Erkenntnisse mit:
- Unterstützung anbieten und immer nachfragen: „Möchtest du Hilfe? Wenn ja, wie?“
- Bei Unsicherheiten nichts voraussetzen, sondern nachfragen.
- Eigeninitiative stets mit der assistenznehmenden Person abstimmen.
- Geduld zeigen und sich als Assistenzperson auch zurücknehmen können.
- Verlässlichkeit ist essenziell und in manchen Situationen sogar lebenswichtig.
Die Begegnung bot den Studierenden eine besonders praxisnahe Lernerfahrung und verdeutlichte, dass Persönliche Assistenz nur dann gelingt, wenn Selbstbestimmung, Respekt und wertschätzende Kommunikation im Mittelpunkt stehen.